Lisa M. Gierlinger BSc. MA.
Kunst & Animation

ANIMA PLUS Jam 2026
Der ANIMA PLUS Jam ist für mich seit seinem Beginn 2023 ein echtes Herzensprojekt. Seit dem ersten Jam bin ich fixer Bestandteil des Organisationsteams. Doch neben der Planung, Koordination und dem darauf Achten, für alle Beteiligten einen guten kreativen Rahmen zu schaffen, ging sich eine eigene Teilnahme in den letzten Jahren leider nie aus. Heuer war unser Organisationsteam erfreulicherweise deutlich größer. Diese Unterstützung hat mir den Freiraum gegeben, nicht nur zu organisieren, sondern mich auch selbst einem Team anzuschließen.
Zurück an den Animationstisch
Zuletzt hatte ich beim allerersten ANIMA PLUS JAM selbst aktiv mitgearbeitet. Dieser war damals noch eher eine interne Proberunde innerhalb von ANIMA PLUS. Es war ein Experiment, aus dem sich das jährliche Format entwickelt hat, das wir heute kennen.
Beim diesjährigen Jam konnte ich mitwirken den animierten Kurzfilm Chicken Chicks umzusetzen: einem Stop-Motion-Projekt mit gezeichneten 2D Elementen, das ich gemeinsam mit Sandra Chaparro, Valentina M. Rodriguez und Sule Suarez entwickelt habe.
Der Kurzfilm erzählt von einem geflügelten Paar mit unerfülltem Kinderwunsch. Auf der Suche nach einer Lösung besucht es eine Kinderwunschklinik, wo die beiden schließlich ein großes Ei adoptieren. Mit liebevoll gestalteten Plastilinfiguren, absurdem Humor und vielen kleinen Details entstand eine ungewöhnliche Geschichte, an der zu arbeiten mir unglaublich viel Freude gemacht hat.

Kreatives Schaffen im HP23
Der Jam fand erneut im HP23 am Linzer Hauptplatz statt. Unsere Schaffensräume befand sich im zweiten Stock – im Goldenen Saal, im Turner Salon und im Teesalon. Die Räume haben ein ganz besonderes, beinahe magisches Ambiente: hohe Decken, historische Details, eine liebevolle Einrichtung und viel Platz für kreative Arbeit.
Ich war an jedem Tag die erste vor Ort. Diese ruhige Zeit vor dem miteinander Werken habe ich verwendet, um vorab alles zu checken und durchzulüften, um für alle ein willkommendes, angenehmes Ankommen zu schaffen.
Danach füllten sich die Räume schnell mit kreativen Wuseln und euphorischem Austausch – und natürlich den vielen kleinen Herausforderungen, die zu einem derartigen Event dazugehören. Trotz der sommerlichen Hitze und eines längeren Stromausfalls am Samstag war die Stimmung durchgehend großartig.
Wie geht es weiter?
Auch wenn wir mit Chicken Chicks beim Jam gerade noch rechtzeitig fertig geworden sind – die Deadline mussten wir leider etwas überziehen –, möchten wir uns im August noch einmal als Team zusammensetzen, um den Film so zu finalisieren, wie wir ihn ursprünglich geplant hatten.
Einige Szenen mussten wir gegen Ende sehr rasch umsetzen. Dadurch konnten wir die detaillierte, fein ausgearbeitete Animationsdichte nicht über die gesamte Länge des Films hinweg beibehalten. Zumindest eine Szene möchten wir daher neu fotografieren und den Film anschließend weiter abrunden, damit er am Ende genau so wird, wie wir ihn uns vorstellen.
Danach werde ich mich um die Festival-Einreichungen kümmern. Ich würde mir sehr wünschen, dass unser kleines geflügeltes Paar in den kommenden Monaten seinen Weg zu Screenings und Festivals findet.
Für mich war dieser Jam jedenfalls eine besondere Erinnerung daran, warum ich ANIMA PLUS mitgegründet habe: um abseits von kommerziellen Projekten der Fantasie freien Lauf zu lassen und den Raum zu bieten, freie, kunstvolle Animationsfilme zu realisieren. Beim Jam entstehen nicht nur filmische und interaktive Projekte – er schafft vor allem Raum für kreativen Austausch, mutige Ideen und eine gemeinsam gelebte Begeisterung für Animation.

